Nun werden vorerst 35 stadteigene Gebäude (Rathaus, Stadthalle, Welldorado, Schulen, Kindergärten, Horte, Altenheime ect.) mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet, beziehen also künftig ihren Strom zum Teil aus der umweltfreundlichen und sauberen Energie der Sonne.
"Im eigenen Bereich mit gutem Beispiel voran"
"Mit dieser Sonnenstrom-Offensive beweist die Energie-Stadt Wels mehr, dass sie die Richtlinien der Energiedeklaration und der Passivhaus-Deklaration konsequent umgesetzt und im eigenen Bereich mit gutem Beispiel voran geht", erklärt Bürgermeister Dr. Peter Koits.
Die Zahlen sprechen dabei für sich: Die 35 Anlagen erzeugen pro Jahr rund 161.500 Kilowattstunden elektrischer Energie, was einer Ersparnis von rund 56.000 kg Kohlendioxid (Treibhausgas) entspricht. Damit könnten rund 40 Haushalte (Jahresbedarf im Schnitt 4000 bis 5000 Kilowattstunden) versorgt werden. Die höchsten prozentuellen Stromeinsparungen durch die Sonnenstromanlagen ergeben sich bei kleineren städtischen Gebäuden
wie z.B. der Volksschule 7 in Puchberg (rund 50%) oder dem Kindergarten Noitzmühle (rund 30%).
Finanziert wird diese Maßnahme mit dem Contracting-Modell der
E-Werk Wels AG und ihrem Tochterunternehmen MEA Solar (Erläuterungen siehe nächster Abschnitt). Für die Stadt bedeutet dies in den nächsten zwölf Jahren eine Investition von knapp mehr als 5.600 Euro pro Anlage. Ab dem
13. Jahr fallen keine Kosten mehr an, weshalb die Ersparnisse durch den Sonnenstrom dann voll zum Tragen kommen. Bis zum 25. Jahr (Auslauf der Garatiewerte der Lieferfirma) belaufen sich diese dann pro Anlage auf
ca. 19.000 Euro. Legt man diese Ersparnisse gewinnbringend an-etwa auf ein fiktives Sparbuch mit 3,5 Prozent Verzinsung-so erhöht sich dieser Wert auf 30.000 Euro. Somit ergibt sich ein Gesamtgewinn von mehr als 24.000 Euro pro Anlage.
Auf die 35 städtischen Anlagen hochgerechnet ergibt dies eine unglaubliche Gewinnsumme von 840.000 Euro in den nächsten 25 Jahren. Da die Sonnenstrom-Module aber in der Regel über die Garantie hinaus funktionieren
(Annahme: rund 35 Jahre), ist dieser Wert in der Realität noch höher anzusetzen."Ich kann daher allen WelserInnen nur empfehlen, diese umweltfreundliche und kostengünstige Stromvariante auch privat zu nützen", erklärt Bürgermeister Dr. Koits.
"Contracting-Modell auch für private NutzerInnen"
Dies geschieht auch: Alleine in der Stadt Wels werden HausbesitzerInnen in den nächsten Monaten bis zu 60 Anlagen auf ihren Dächern montieren. Das dazu gehörige Finanzierungsmodell ("Contracting") von E-Werk Wels AG und MEA Solar funktioniert folgendermaßen: Die KundInnen können ohne Investitionskosten Anlagen mit bis zu fünf Kilowatt Leistung (40 Quadratmeter) errichten und überlassen dafür ihre Dachfläche der E-Werk Wels AG. Die vom Land Oberösterreich und vom Bund gewährte Einspeisevergütung von rund
46 Cent pro Kilowattstunde dient dann als Betrag zur Refinanzierung der Anlage.
Für die KundInnen entstehen für zwölf Jahre lediglich monatliche Kosten zwischen 21 und 42 Euro, danach geht die Anlage in Ihren Besitz über. Danach haben die KundInnen noch eine Leistungsgarantie von 13 Jahren in denen der Strom kostenlos von der Sonne geliefert wird.
Mit diesem Modell feiern die E-Werk Wels AG und MEA Solar derzeit große Erfolge.
InteressentInnen haben im vergangenen Jahr mehr als 2000 Hausdächer begutachtet und mehr als 700 Förderanträge gestellt. Mindestens 300 Sonnen-strom-Anlagen werden nach Schätzungen der E-Werk Wels AG über dieses Contracting-Modell errichtet werden.
Wenn man bedenkt, dass etwa 2007 in ganz Österreich 407 Anlagen errichtet wurden, so verdeutlicht das den Erfolg dieser Idee. Für so viel Innovation gab es bereits den Eurosolarpreis 2008 und den Energy-Globe für Oberösterreich.